Losung

für den 24.07.2017

Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit.

Jeremia 3,15

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Das neue Wichernhaus

Inklusion wird Wirklichkeit

Die meisten der 22 Bewohner des neuen Wichernhauses sind eingezogen. In Kürze wird die Außenanlage gestaltet.

Das neue Wichernhaus - Rückseite (Foto: Verhey) LupeDas neue Wichernhaus - Rückseite (Foto: Verhey)

Vor sechs Jahren hat die Friedenskirchengemeinde ein Gutachten erstellen lassen, das für das alte Wichernhaus den Abriss empfohlen hat. Dann kam die Frage auf: Was wollen wir an dieser Stelle bauen? Und die Gemeinde hat dann entschieden: Wir wollen etwas machen, das dem Verständnis des christlichen Miteinanders entspricht, wir wollen etwas für andere tun. Wir verstehen das Projekt als diakonische Aufgabe ganz im Sinne von Johann Hinrich Wichern.

Die Lebenshilfe hatte ja bereits im alten Wichernhaus seit fünfzehn Jahren eine Etage mit fünf Bewohnenden. Für uns war sie ein sehr geschätzter Partner. Deshalb haben wir damals angefragt, ob Interesse daran bestehen würde, einen Neubau ganz für die Kunden des Ambulant Unterstützten Wohnens zu nutzen.

Mit dem Architekturbüro Saul wurde dann gemeinsam ein Konzept entwickelt, das auf die Bedürfnisse dieser Menschen zugeschnitten ist. Im Vorfeld bestand viel Informationsbedarf und es gab auch kritische Stimmen. Der Prozess des Genehmigungsverfahrens hat deshalb über ein Jahr gedauert. Aber wir haben mit Informationsveranstaltungen in der Gemeinde viele Fragen klären können. Und im Großen und Ganzen viel Zustimmung erhalten.

 

Wir sind stolz darauf, dass wir mit diesem Projekt zeigen können, dass Inklusion Wirklichkeit werden kann. Bei uns wird das Miteinander gelebt. Inzwischen sind ein Großteil der 22 ambulant betreuten Bewohner eingezogen und genießen den auf sie zugeschnittenen Neubau. In Kürze werden die Außenanlagen fertiggestellt, sodass der Neubau nach über 3 Jahren Planungs- und Bauzeit endlich fertiggestellt wird. Nun kann das Miteinander beginnen: im Alltag trifft man sich ganz selbstverständlich auf der Straße, beim Einkaufen oder in der Bahn.

Wir würden uns auch freuen, wenn die neuen Bewohnenden zu unseren Gottesdiensten kommen würden.

Und weitere Gelegenheiten zum Kennenlernen bieten zum Beispiel die Einweihungsfeier des Wichernhauses im Mai und das Gemeindefest am 2. Juli, zu dem wir alle herzlich einladen.

Iris Bonkowski-Weber

 

M.Werner vom Baubüro des Gemeindeverandes, Architekt M.Saul; Baukirchmeisterin I.Bonkowski-Weber, Pfarrerin S.Graner; Dachdeckermeister M.Hampel, Presbyteriumsvorsitzender R.Gerhard stoßen beim Richtfest auf das neue Wichernhaus an (Foto: Richter) LupeM.Werner vom Baubüro des Gemeindeverandes, Architekt M.Saul; Baukirchmeisterin I.Bonkowski-Weber, Pfarrerin S.Graner; Dachdeckermeister M.Hampel, Presbyteriumsvorsitzender R.Gerhard stoßen beim Richtfest auf das neue Wichernhaus an (Foto: Richter)

Selbstbestimmt Leben mit Südbalkon – Ambulant Unterstütztes Wohnen der Lebenshilfe zieht ins Wichernhaus

Anfang 2017 soll es dann soweit sein: 22 Menschen mit geistiger Behinderung werden in das Wichernhaus einziehen. Insgesamt elf Apartments werden gebaut und als Wohngemeinschaften für je zwei Personen angeboten. Die künftigen Bewohner sind Kunden des Ambulant Unterstützten Wohnen der Lebenshilfe Bonn – kurz: AUW.

Als „Glücksfall für die Kunden“ bezeichnet Iwona Stövesandt, Leiterin von AUW, das neue Wichernhaus. Nicht nur wegen der modernen und barrierefreien Gestaltung mit ökologischen Baustoffen, sondern auch wegen der optimalen Lage und der „tollen Infrastruktur“, die den Bewohnern zur Verfügung stehe. Auch die unmittelbare Nachbarschaft stehe dem Einzug von Menschen mit Behinderung sehr offen und positiv gegenüber, berichtet Iwona Stövesandt von einer Informationsveranstaltung, die die evangelische Friedenskirchengemeinde im Vorfeld organisiert hatte.

Was aber bedeutet Ambulant Unterstütztes Wohnen genau? Auch Menschen mit Behinderung wünschen sich, ihr Leben in den eigenen vier Wänden eigenverantwortlich zu gestalten. Die pädagogischen Fachkräfte von AUW fördern diese Selbstständigkeit. Sie assistieren den Kunden in Einzel- oder Gruppenbetreuung, zuhause sowie im sozialen Umfeld. Diese Unterstützung reicht von alltäglichen Aufgaben wie Einkaufen, Kochen und Putzen über Arztbesuche und Hilfe in Konfliktsituationen, bei der Arbeitssuche und bei der Freizeitgestaltung. Ziel der Unterstützung ist es, eine größtmögliche Selbstständigkeit zu erhalten und diese weiter zu entwickeln.

Alle Bewohner werden ein eigenes Zimmer haben und sich zu zweit eine Wohnküche, Bad und Gäste-WC teilen. Freuen können sich alle über einen Balkon mit Südlage, der zu jedem Apartment gehört. Im Keller wird es eine Gemeinschaftswaschküche geben, die – wie alle Etagen – mit dem Aufzug erreichbar ist. Aktuell sind noch drei bis vier Wohnungen zur Vermietung frei, für alle anderen Apartments konnten bereits Mieter gefunden werden. Einige davon sind Kunden der Lebenshilfe und verändern durch den Einzug ins Wichernhaus ihre Wohnsituation, andere kommen von Extern dazu.

Susanne Land, Öffentlichkeitsarbeit Lebenshilfe Bonn

 

 

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Ansprechpartnerin bei der Lebenshilfe

Iwona Stövesandt;
Leiterin Ambulant Unterstütztes Wohnen
Lebenshilfe Bonn gGmbH
Rheinstr. 11, 53332 Bornheim
Telefon: 0228-555 84 7010
Fax: 02222- 92778 16
Email: stoevesandt.iwona[at]lebenshilfe-bonn.de

 

MV / 05.04.2017



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