Losung

für den 30.09.2020

Ich glaube, auch wenn ich sage: Ich werde sehr geplagt.

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Tansania Partnerschaft

Reisebericht Kusini A 2017

Viele Grüße und Eindrücke aus Kusini A in Tansania: Graner und Heinle-Braun erstatten Bericht.

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Viele Grüße und Eindrücke aus Kusini A in Tansania

Vom 18.9. bis zum 2.10.2017 haben sich sechs Mitglieder des Ausschusses für Weltmission und Ökumene, der unter anderem die Partnerschaft unseres Kirchenkreises Bonn mit dem Kirchenkreis Kusini A in Tansania betreut, auf den weiten Weg gemacht, um wieder einmal mit den Partnern zusammen zu sein, sich auszutauschen und zu überlegen, wie wir die Partnerschaft in Zukunft gestalten wollen.

Seit der letzten Begegnung 2014 hier bei uns in Bonn, haben wir gemeinsam an einer Partnerschaftsvereinbarung gearbeitet, die wir nun im Partnerschaftsausschuss in Kusini A mit kleinen Änderungen fertig zur Unterschrift vorbereitet haben. Beide Seiten sind sehr glücklich, dass dies gelungen ist und waren erfreut über die konstruktiven und respektvollen Gespräche miteinander. Sobald die letzten Änderungen eingearbeitet sind, werden beide Seiten unterschreiben und wir werden die Vereinbarung dann auch auf unserer Homepage und der des Kirchenkreises veröffentlichen.

Ein weiterer Grund zur Freude waren die gut ausgebildeten, jungen Leute, denen wir bei diesem Besuch begegnet sind. Aaron , der Sekretär für Partnerschaftsangelegenheiten der Nord West Diozöse der Evangelische Lutherischen Kirche Tansanias, der uns sehr kompetent an mehreren Stellen unserer Begegnung und der Erarbeitung der Partnerschaftsvereinbarung unterstützt hat, Aaron , dem stellvertretende Leiter auf der Ighabiro Farm, mit der die Partnerschaft vor 40 Jahren ihren Anfang genommen hat, und Amos der seit November 2010 die Krankenstation in Rwantege in vorbildlicher Weise leitet und der nun mit finanzieller Unterstützung aus Bonn eine weitere Fortbildung absolvieren wird.

Sie alle sind ganz bewusst in der Region geblieben, und haben viele Ideen und engagieren sich sehr für die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen in dieser strukturarmen Gegend.

Auch die Fortschritte des Huyawa Projektes, ein Ausbildungszentrum für jugendliche Aidswaisen zu bauen, damit sie einen Beruf als Schreiner, Schneider oder Elektriker erlernen und ihren Lebensunterhalt bestreiten können, waren sehr erfreulich. Das Haus ist nun fertig und die Partner haben beschlossen, es für ein Jahr an neue Mitarbeiter der Krankenstation zu vermieten, um so weitere Gelder für die Inneneinrichtung zu aquirieren. Wir haben im Nachbarkirchenkreis, wo seit 2005 schon eine solche Werkstatt existiert, gesehen, wie dieses Projekt einmal wirken könnte. Dort wurde ganz klein begonnen mit nur 3 Jugendlichen. Heute gibt es 22 Ausbildungsplätze und die Absolventen die mit den nötigen Werkezeugen ausgestattet in ihre Dörfer zurück kehren, haben fast alle ihren Weg gemacht. Ich hoffe sehr, dass wir unsere Partner in Kusini A bei der weiteren Umsetzung dieses Projektes unterstützen können und dass eines Tages in hoffentlich nicht zu ferner Zukunft ein solches Ausbildungszentrum auch dort realisiert wird.

Schmerzlich war für mich, zu sehen, dass unsere Partner vergeblich auf Regen warten und die neuen Pflanzen auf den Feldern verdorren, so dass es im Frühjahr eine schlechte oder unter Umständen keine Ernte geben wird. Die Menschen, die sich überwiegend nur zu Fuß fortbewegen, kaum Fleisch verzehren und auch ansonsten kaum etwas zum steigenden CO2 Ausstoß beitragen, leiden schwerwiegend unter den Folgen des Klimawandels. Immer wieder sind wir darum gebeten worden, für sie zu beten, und vielleicht können wir auch noch Anderes tun.

Stefanie Graner

Einzug der Chöre zum Festgottesdienst 2017 in Rwantege Einzug der Chöre zum Festgottesdienst 2017 in Rwantege

Perspektivenwechsel: Eine Delegation des Kirchenkreises Bonn besucht Kusini A

Es ist nicht so, dass die Welt sich andersrum dreht, nachdem sechs Menschen aus verschiedenen Kirchengemeinden des Bonner Kirchenkreises vom 18. September – 02. Oktober 2017 unseren Partnerkirchenkreis Kusini A in Tansania besucht haben. Aber die Sicht auf die Welt, meine Sicht auf die Welt, ist eine andere, wenn ich sie – und sei es auch für eine kurze Zeit - von Tansania aus betrachtet habe.

Persönliche Begegnungen sind von Beginn an regelmäßiger und aus meiner Sicht unverzichtbarer Teil der Partnerschaft zwischen den Kirchenkreisen Kusini A und Bonn. Die Entfernung der Partner ist nicht nur räumlich groß (Luftlinie Bonn-Bukoba ca. 6.250 km), auch die Lebensumstände könnten kaum unterschiedlicher sein. Gegenseitiges Kennen- und Verstehenlernen sind deshalb fast unmöglich, wenn wir uns nicht zueinander auf den Weg machen und die Welt so aus der Perspektive der Partner sehen und erleben können.

Ziel des diesjährigen Besuches war insbesondere der Abschluss einer Partnerschaftsvereinbarung, die Ziele und Inhalte der Partnerschaftsarbeit für beide Seiten festhalten sollte. Damit die Vereinbarung auf eine möglichst breite Basis gestellt werden konnte, wurde die Reise intensiv auch im Rahmen von Projekttagen vorbereitet und die Delegation war größer als üblich. An den Gesprächen zur Vereinbarung sollten auch auf Seiten der tansanischen Partner möglichst viele Mitglieder des dortigen Partnerschaftsausschusses teilnehmen können. Dieses Ziel konnten wir erreichen. Nach intensiven Gesprächen und einigen Änderungen am Entwurf kann der Herbstsynode des Kirchenkreises nach letzten Übersetzungsarbeiten eine unterschriftsreife Vereinbarung vorgelegt werden.

Neben diesen Gesprächen hatten sich unsere Partner vorgenommen, unserer Delegation alleGemeinden im Kirchenkreis Kusini A vorzustellen. Das bedeutete für unsere Delegation täglich zahlreiche Kilometer kreuz und quer durch den Kirchenkreis, aber auch ein von großer Herzlichkeit geprägtes, erwartungsvolles Begegnen mit vielen Worten und vor allem mit viel Musik. Die vielen intensiven Eindrücke waren kaum zu verarbeiten, zumal am folgenden Tag jeweils neue Begegnungen dazu kamen. Anstrengend, ja, aber auch wichtig, um sehen und spüren zu können, wie unsere Partner leben, Ihren Alltag bewältigen und für ihren Lebensunterhalt sorgen müssen.

Da droht ein länger ausbleibender Regen zahlreichen Familien die Lebensgrundlage für das kommende Jahr zu entziehen, weil die Ernte der selbst angebauten Lebensmittel nicht nur die eigene Versorgung sicherstellen muss, sondern deren Verkauf auch die einzige Einnahme der Familien ist.

Wie immer ist trotz des dicht gedrängten Programms am Ende zu wenig Zeit. In Gesprächen können Themen nur angerissen werden, die das gegenseitige Verständnis vertiefen könnten. Dabei ist das so wichtig, denn nicht nur die wirtschaftlichen Grundlagen des Lebens unterscheiden sich. Auch in Fragen des Glaubens und dessen Umsetzung in den jeweiligen Alltag wäre es wichtig, sich auszutauschen und sich mit Erfahrungen zu bereichern. Das ist weder immer einfach noch ist ein schneller Erfolg sicher. Aber ohne diesen Austausch, der den Perspektivenwechsel erst möglich macht, würde sich die Partnerschaft auf finanzielle Transaktionen beschränken. Ohne diese gering zu schätzen: Mir wäre das zu wenig.

Deshalb hoffe ich, dass wir die Partnerschaft nun auf der Grundlage unserer gemeinsamen Vereinbarung weiterentwickeln und mit immer mehr Leben füllen können.

Es lohnt sich, hin und wieder die Perspektive zu wechseln.

Evelin Heinle Braun

Besuch der Krankenstation in Rwantege Besuch der Krankenstation in Rwantege

 

Stefanie Graner/LR / 10.05.2019



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